Mäuseasyl Kalenderfoto 29

Was ist eine Pflegestelle?

Definition „Pflegestelle“

Eine Pflegestelle im Tierschutzsinn kümmert sich fachgerecht um ausgesetzte und ungewollte Tiere, um Notfälle aus Tierheimen und privaten Haushalten. Auch Fälle aus Animalhoardings betreut eine Pflegestelle. Bei Wohnungsräumungen oder Großeinsätzen des Heim- und Wildtiertierschutzes in In- und Ausland kommen Pflegestellen zum Einsatz.

Viele Tierheime kooperieren mit privaten Pflegestellen, da die Zahl der herrenlosen Haustiere die Kapazitäten der Einrichtungen um ein Vielfaches übersteigt. Auch Tierschutzvereine wie der Mäuseasyl e.V. betreiben Pflegestellen, in denen Tiere gepflegt, tiermedizinische versorgt, auf Parasiten wie Würmer und Milben getestet und ggf. behandelt, gepäppelt und auf ihr zukünftiges Leben vorbereitet werden.

Die privaten und ehrenamtlichen Betreiber von Pflegestellen halten Notfalltiere in artgemäßen Unterbringungsmöglichkeiten. Die Pflegestellen des Mäuseasyl e.V. verfügen oft über eigene Nagerzimmer mit diversen Eigenbauten, Volieren, Rennmaus-Aquarien und Quarantäne-Käfigen.

Die Zahl der Notfalltiere übersteigt oft die Kapazitäten der Tierheime. In diesem Fall mussten 100 weiße Farbmäuse untergebracht werden.
Die Zahl der Notfalltiere übersteigt oft die Kapazitäten der Tierheime. In diesem Fall mussten 100 weiße Farbmäuse untergebracht werden.

Welche Mäuse kommen in Pflegestellen des Mäuseasyl e.V.?

Der Mäuseasyl e.V. nimmt Farbmäuse, Rennmäuse und exotische Kleinnager aus Tierheimen auf. Viele der übernommenen Tiere sind jung, da dem unwissenden Ex-Halter schwangere Tiere oder Männlein und Weiblein in die Hand gedrückt wurden.

Kranke Tiere pflegen unsere Mitglieder vor der Abgabe an den übernehmer gesund und informieren diesen über die Vorgeschichte seines künftigen Weggefährten.

Der Mäuseasyl e.V. übernimmt Mäuse wie diese Farbmaus aus Tierheimen und Haltungsaufgaben und päppelt sie wieder auf.
Der Mäuseasyl e.V. übernimmt Mäuse wie diese Farbmaus aus Tierheimen und Haltungsaufgaben und päppelt sie wieder auf.

Kranke und traumatisierte Mäuse

Insbesondere Farbmäuse haben ein sehr schlechtes Immunsystem und erleiden schnell Atemwegsinfektionen. In Tierheimenherrschen oft fatale Bedingungen für die Tiere. Mitunter werden sie in für Farbmäuse nicht geeigneten Aquarien gehalten, was ihrer Gesundheit nachhaltig schadet. Die kranken und verwahrlosten Tierheimtiere nimmt der Mäuseasyl e.V. auf, pflegt sie gesund und vermittelt sie an verantwortungsbewusste Körnergeber.

Mäuse aus schlechter Haltung leiden meist an psychischen und hysischen Schäden. Sie können nicht einfach in Mäusegruppen integriert werden. Die Pflegestellen des Mäuseasyl e.V. resozialisieren die erkrankten Tiere, sodass auch sie ein mausgerechtes Leben in Gesellschaft führen können.

Nicht alle Tierheime sind sich ihrer Verantwortung über die kleinen Leben bewusst. Farbmausböcke werden mitunter nicht kastriert – manchmal aus akutem Geldmangel, manchmal aus Desinteresse. Bevor es bei den Lütten um Leben und Tod geht, nimmt der Mäuseasyl e.V. sie im Rahmen des Projekts Pro Farbmaus-Kastration in spezielle Böckchenpflegestellen auf, organisiert die Kastration und übernimmt die anschließende kastrationsquarantäne.

Die Überwachung der Kastrationsquarantäne ist eine primäre Aufgabe von Farbmauspflegestellen
Die Überwachung der Kastrationsquarantäne ist eine primäre Aufgabe von Farbmauspflegestellen

Aufgaben der Pflegestelle

Grundsätzliche Aufgabe ist die artgerechte Unterbringung der Tiere. Da auch unkastrierte Farbmausböcke in den Pflegestellen landen, die sich zuvor mit anderen Böcken zerstritten haben, ist die primäre Aufgabe von Farbmaus-Pflegestellen die Kastrationsvorbereitung, die Organisation der Kastration und die Überwachung der anschließenden drei- bis vierwöchigen Kastrationsquarantäne.

Durch die genaue Beobachtung lernt die Pflegestelle den Charakter und das Wesen des Tieres kennen und ist somit in der Lage, Interessenten die passenden Mäuse zu vermitteln. Auch die richtige Gruppenzusammenstellung für Mäuseinteressenten ist Dreh- und Angelpunkt der Arbeit mit den Pflegemäusen. Denn nur mit einer harmonischen Gruppe wird der zukünftige Mäusehalter glücklich.

Gerade die Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen ist sehr zeitintensiv und bedarf viel Fachkompetenz. Rennmauserfahrene Pflegestellen übernehmen gerne im Rahmen des Projekts Gesellschaft für Rennmaussolos die Vergesellschaftung von Rennmäusen oder stehen dem Rennmaushalter anderweitig mit Rat und Tat zur Seite.

Werden Mäuse überregional vermittelt, organisiert die Pflegestelle Transportmöglichkeiten und Mitfahrgelegenheiten für die betreffenden Tiere. Nach Absprache mit dem Übernehmer wird ein Fahrer gesucht. Der Pflegestellen-Betreiber bringt die Mäuse zum Abfahrort oder holt neue Bewohner vom Ankunftsort ab. Ebenso zählen die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit in der unmittelbaren Umgebung zu den regionalen Aufgabengebieten.

Regionale Aufklärungsarbeit an Infoständen gehören zu den Aufgaben einer Pflegestelle.
Regionale Aufklärungsarbeit an Infoständen gehören zu den Aufgaben einer Pflegestelle.

Pflegestelle mit Herz und Verstand

Pflegestelle zu sein bedeutet viel Arbeit, Fachkompetenz, oftmals starke Nerven, viel Geduld, Toleranz und vor allem sehr viel Herz.

Unsere Schützlinge haben oft eine traurige Vorgeschichte. Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die kaputten Seelen der Sorgenfellchen zu kitten und ihre Psyche wie auch ihre geschundenen Körper zu kurieren.

Auch den oft unverstandenen, eigentlich topfitten Jungtieren gilt unsere ganze Zuneigung. Das Schicksal jeder einzelnen Maus liegt uns am Herzen.

Umso mehr freuen wir uns, wenn die mausigen Mitbewohner nach vollständiger Genesung in ein neues, sicheres und vor allem artgerechtes Für-Immer-Zuhause ziehen können!

Pflegestellen kümmern isch um vereinsamte Notfallmäuse und suchen die passende Gesellschaft für sie aus.
Pflegestellen kümmern isch um vereinsamte Notfallmäuse und suchen die passende Gesellschaft für sie aus.

Vorurteil „kranke und gestörte Tiere“

„Tierschutztiere sind krank oder gestört“, lautet das großes Vorurteil gegenüber Tieren aus Tierheimen und Pflegestellen. Mit diesem Vorurteil räumen professionelle Pflegestellen und Tierheime auf:

Was Grundsatz der Mäuseasyl-Pflegestellen ist, finden in immer mehr Tierheimen bundesweit Anklang: Die Organisationen bemühen sich mehr und mehr, Mäuse fach- und artgerecht unterzubringen, Farbmausböcke zu kastrieren und die Tiere gesunheitlich zu umsorgen. Oftmals landen Unfallwürfe in Pflegestellen und Tierheimen. Die Tiere sind jung, gesund und aufgeweckt.

Kranke Tiere vermitteln fachkompetente Pflegestellen nicht. Ausnahmen sind Vermittlungen in genauer Absprache mit dem Übernehmer, der vielleicht auch ein krankes Tier aufnehmen möchte.

Wer sich an Pflegestellen eingetragener Vereinigungen wendet, kann sicher sein, dass ihm ein gesundes Tier vermittelt wird, das zu ihm passt.

Bin ich hässlich? Bin ich krank? Bin ich alt? bin ich gestört? Nein! Trotzdem bin ich ein Tier aus dem Tierschutz.
Bin ich hässlich? Bin ich krank? Bin ich alt? bin ich gestört? Nein! Trotzdem bin ich ein Tier aus dem Tierschutz.

„Private, superseriöse, wirklich kompetente Notstation“

Problematisch sind private Notstationen und Pflegestellen, die keiner Vereinigung wie Tierheimen und Tierschutzvereinen angehören. Privatpersonen mangelt es mitunter an Fachwissen, finanziellen Mitteln und Kapazitäten – trotzdem werden massenhaft Notfalltiere gehalten. Private Notstationen müssen sich nicht an Regeln oder festgelegte Satzungen halten. Sie können mit den Tieren verfahren, wie sie wollen. Parasitenkontrollen werden nicht immer durchgeführt und die Tiere nicht unbedingt tiermedizinisch versorgt. Mitunter findet keine fachkundige Geschlechtertrennung statt und es kommt zu Nachwuchs.

Hier ist Vorsicht geboten. Zu schnell holt man sich ein krankes, schwangeres oder mit Parasiten befallenes Tier ins Haus. Erkundigen Sie sich bei privaten Pflegestellen über die Herkunft und die tiermedizinische Versorgung der Kleinnager und lassen Sie sich diese vor der Übernahme schriftlich aushändigen.

Ich möchte Pflegestelle des Mäuseasyl e.V. werden

Sie wollen Kleinnagern aktiv helfen? Grundvoraussetzung für die Pflegestellenarbeit (verlinkte Seite bitte lesen) ist eine mehrmonatige Vereinsmitgliedschaft, damit wir Sie und Sie uns kennenlernen können. Sie bringen Mäuseerfahrung mit: Atemwegsinfektionen, Oxyuren, Quarantänen und die Ansprüche verschiedener Mäusearten an Halter und Haltung sind Ihnen nicht fremd. Sie möchten sich stets weiterbilden und über Haltung, Gesundheit und Beobachtungen Ihrer Schützlinge mit dem Mäuseasyl-Team austauschen.

Engagement, Zeit für die Mäuse sowie Tierarztbesuche und finanzielle Rücklagen sind ebenso wichtig wie ausreichend Platz für Notfallgehege und ein freundliches, kompetentes Auftreten gegenüber Interessenten.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns via E-Mail an info[at]maeuseasyl-verein.de.