Farbmausbock Rudi Ruß genießt seinen Brei.

Adventskalender 20. Türchen: Farbmausbock Rudi Ruß

Am 20. Dezember erzählt euch Rudi Ruß, dessen Hinkebeinchen ihm das Leben (gar nicht so) schwer machen (wie man meinen möchte) von einem leckeren Abendschmaus in seinem Zuhause.

Beim fressen fotografieren - das ist unhöflich, findet Farbmaus Rudi Ruß.
Beim fressen fotografieren – das ist unhöflich, findet Farbmaus Rudi Ruß.

„Gestatten? Mein Name ist Ruß. Rudi Ruß.“

„Ruß ist mein Name. Rudi Ruß.“ Der dreifarbig gecheckte Farbmausmann steht erhobenen Hauptes auf seiner hölzernen Burg. Ein bisschen wacklig hockt er dort, denn Rudis Hinterbeinchen wollen manchmal nicht so wie er.

Davon lässt Rudi sich aber nicht einschüchtern: Seine Burg regiert er teilweise auch aus den oberen Stockwerken heraus. Sein Kumpel Vagabund, ein ebenfalls kastrierter Farbmausbock aus einer Haltungsauflösung mit fast 100 Mäusen an Weihnachten 2015, den der Mäuseasyl e.V. betreut hat, schaut neugierig aus dem Fenster und meint: „Die Sklavin ist mit dem heutigen Körnerbrei aber früh dran…“

Die Sklavin, das ist die Halterin der gesitteten Herrenmannschaft.

Farbmaus Rudi Ruß schaut, schnuppert und lässt sich fallen. Einfacher als runter zu klettern, ja ja ...
Farbmaus Rudi Ruß schaut, schnuppert und lässt sich fallen. Einfacher als runter zu klettern, ja ja …

Rudis Beeinträchtigung, für die er regelmäßig Päppelbrei zur Stärkung braucht, nutzt Vagabund zu gerne aus und so nimmt der ehemals schmächtige kleine Mäuserich schwer zu. Auf Dauer ist das für gesunde Mäuse nicht so gut. Daher bekommt Rudi Ruß täglich eine Extrawurst, bzw. einen Extrabrei, den die anderen Farbmäuse in seinem Rudel nicht bekommen.

Diesem Umstand verdanken also auch der schwarze Leutnant Fledder und der schwarz-weiße King, die das Farbmausquartett vervollständigen, eine leckere Kalorienbombe am Abend. Denn ja, ab und zu dürfen auch sie naschen.

„Fledder, steh auf – der Brei kommt heute früher“, fiept Vagabund. Der schwarze Farbmausbock lugt neugierig aus einem der Häuser heraus. Obwohl er sich in seinem Leben, bevor er zum Mäuseasyl kam, die Ohren so weit zerkratzt hat, dass von ihnen sehr charakteristische Hautfetzen übrig sind, tut das seinem Hörvermögen keinen Abbruch. Auch der schwarz-weiß gescheckte Mäuserich King flitzt erwartungsvoll hinter Leutnant Fledder her.

Vagabund schaut aus dem Gehege heraus. Wo bleibt der Mensch mit den Mehlwürmern?
Vagabund schaut aus dem Gehege heraus. Wo bleibt der Mensch mit den Leckereien?

Ganz in Vagabund-Manier sitzt der hübsche braun-weiß-schwarze Farbmausbock zuerst am Napf. Der Menschenhand wird mit einem zärtlichen Knabbern signalisiert: „Du darfst gehen, Sklavin. Danke.“

Nun klettert auch Agent Rudi Ruß von seiner Burg herunter, um sich über den leckeren Vierkornbrei, angereichert mit Kokosmilch, herzumachen. Nach nicht einmal fünf Minuten haben alle vier Mausmänner einen vollen Bauch. Gesättigt und bereit für ein kleines Vorabendschläfchen kuschelt sich das tollste Mäuseteam der Welt in einen der mit Baumwolleinstreu gepolsterten Pappkartons.

„Ruß ist mein Name. Rudi Ruß.“, murmelt Rudi, bevor er einschläft und im Traum auf Verbrecherjagd geht.

Farbmaus Rudi Ruß schnuppert. Ist ein Feind in der Nähe?
Farbmaus Rudi Ruß schnuppert.